Verfasst von: freeclimbing | Januar 28, 2009

Konflikt in Israel / Palestina

So, jetzt auch noch von mir Senf zum Geschehen im Gaza-Streifen und ringsherum… Als erstes und zur geschichtlichen Einordnung hier eine sehr anschauliche Diplomarbeit (Video, also auch für Leseunwillige), welche die prekäre Situation zwischen Israelis und Palestinensern verdeutlicht (entdeckt von Micha auf Ehrensenf). Dadurch wird das ganze schon mal schwierig, weil beiden Parteien das Land irgendwie ja versprochen wurde. Damit sind Schuldzuweisungen – wenn nicht unmöglich – zumindest schwierig. Trotz dem bin ich im Moment eher für Palestina als für Israel, die Gründe werde ich im folgenden (hoffentlich) klar darlegen.

Spätestens mit dem Ende der im Juni 2008 augehandelten Kriegspause, aber auch während dieser, gibt es beiderseits Angriffe auszustehen. Irgendwann hat dann die israelische Armee ihre Bodenoffensive gestartet. Nun gibt es natürlich beide Seiten des Krieges, die nicht schön sind. Einerseits Hamas-Raketen (interessantes Detail hierbei: die Raketen teilweise selbst gebaut aus Dünger & Co.), andererseits die israelischen Raketen, die (Phosphorbomben) sogar im Krieg geächtet sind. Hier auch noch kurz die Folgen solcher Bomben aus dem Erlebten einer Familie. Auch testet Israel anscheinend im Gaza-Streifen sog. DIME-Granaten. In Israel hat man anscheinend sogar noch Spaß daran: Bessergestellte Israelis machen das „Kriegsspektakel“ zum Sonntagsausflug, so richtig gegen den Krieg ist in Israel fast niemand. Auf der Gegenseite hat die Hamas natürlich genügend Selbstmordattentate vollbracht, wodurch die Israelis diese Meinung natürlich eher vertreten also ohne diese.

Allerdings, und damit komme ich zum nächsten Punkt, haben die Palästinenser keine Chance dem ganzen Chaos zu entkommen. Sie müssen versuchen, sich innerhalb des Gaza-Streifens zu verstecken, weil alle Grenzen mit Mauern geschützt sind. Auch wurden in der anfangs erwähnten Kriegspause nicht Sanktionen gegen Palestina gelockert, sondern eher verschärft. Zudem kommen die Friedensverhandlungen auch schlecht voran, weil Israel immer noch die Völkerrechte misachtet und die seit langem besetzten (zu Palestina gehörenden) Gebiete nicht zurückgibt. Dadurch haben alle Palestinenser unter dem Krieg zu leiden, was man auch von den internationalen Hilfsorganisationen hört, hier vor allem von der UN (Wochenberichte aus Gaza). Gut zusammengefasst bis zum 9. Januar lässt es erkennen, dass Israel massiv auch zivile „Kollateralschäden“ zu verzeichnen hat – bisher wohl schon über 1300 Tote seitens Palestina, davon 40% Frauen und Kinder. Den Einsatz der Phosphorbomben kann Israel nicht mehr leugnen, da sie damit sogar eines der UN-Hauptgebäude dort beschossen haben. Daraufhin hat die UNRWA ihre Hilfsaktionen erstmal eingestellt. Bei einem kurzfristigen Waffenstillstand für Hilfslieferungen hat dann Israel einen Fahrer der UN erschossen. Natürlich gibt es Versorgungsengpässe mit allem, was man so zum leben braucht, allen voran Wasser, Medikamente und Strom. Aber durch den Beschuss insgesamt über 50 UN- oder anderen NGO-Gebäuden gibt es auch Engpässe bei der Lebensmittelversorgung. Wer noch mehr Details wissen will, lese bitte die o.g. Wochenberichte der UN.

So, nun komme ich langsam zum Schluss meiner Darstellung. Wahrscheinlich bin ich ein wenig parteiisch gewesen und toll finde ich die Kriegsmaschinerie beider Seiten nicht, aber wenn auch komplette Länder (z. B. Venezuela und Bolivien) ihre diplomatischen Bezihungen zu Israel abbrechen, kann es ja gar nicht sooo falsch sein. Der amerikanische Politikwissenschafter Norman Finkelstein vergleicht Israel sogar mit den Nazis in Hitler-Deutschland! Zu guter letzt noch ein kurzer ARD-Artikel, der einige Videos direkt vor Ort zeigt.

Nun bin ich aber gespannt auf Natanaels Gegendarstellung!

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Responses

  1. Ich finde es erschütternd, das Juden mit Nazis verglichen werden.

  2. Ja, das ist nicht schön und wahrscheinlich auch zu krass, weil die Nazis noch viel schlimmer waren. Ich denke aber, dass der Autor damit abschrecken will, denn so kann es nicht weitergehen (beiderseits).

  3. Wenn dabei aber solche Flaggen [http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Hakenkreuz-an-AntiIsraelDemo-empoert/story/29332684] entstehen reicht „nicht schön“ lange nicht mehr aus und Abschreckung kann man so etwas auch nicht nennen. Das ist Volksverhetzung und Rassenhass, der da unterwegs ist.

  4. Den Link hab ich ja auch gar nicht beurteilt. Hab ja wohl auch in dem Post vorher geschrieben, das der Vergleich nicht 100% hinhaut, oder? Insgesamt weiß ich überhaupt nicht, was du mir mit deinem Kommentar genau ausdrücken willst. Du fängst an zu argumentieren mit „Wenn dabei […]“ – was meinst du damit? Wir haben überhaupt nicht über so etwas geredet und der Artikel ist eine Zusammenfassung der Geschehnisse in Israel/Gaza…


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